Die Kleidung des Menschen

Der moderne Mensch verfügt bereits seit mehreren Jahrtausend nicht mehr über ein wärmendes Fellkleid. Aus diesem Grunde musste er sich, um sich gegen Wind, Kälte und Nässe zu schützen, anders behelfen. Lange Zeit trug er die Häute der von ihm erlegten Beute. Im Laufe der vielen Jahrhunderte perfektionierte er die Möglichkeiten der Gerbung der Häute, ein Material, wir bezeichnen es als Leder, entstand. Leder ist nicht nur äußerst widerstandsfähig und robust, bei entsprechender Bearbeitung ist es weich und anschmiegsam wie kaum ein anderes Material. Um sich gegen die Kälte des Winters zu schützen, gerbte man nur eine Seite und beließ die andere Seite mit dem Fell.

Heute wird Leder in erster Linie im Bereich der Kleidung für Jacken und Mäntel verwendet. Moderne Kleidungsstücke werden in der Regel aus Stoffen gefertigt, deren Garne entweder künstlich hergestellt werden, beispielsweise Polyester, Lycra oder Elastan. Aber auch natürliche Materialien wie Baumwolle, Seide oder Leinen kommen häufig bei der Herstellung von Kleidungsstücken zur Anwendung. Für warme Kleidung wird auch Wolle aus Schafs- oder anderen Fellen gewonnen, verwendet. Aus ihnen werden Pullover und Jacken oder verschiedene Accessoires gestrickt. Kleidung wird heute meist in industrieller Produktion hergestellt. Selbst der Anbau der Rohfasern wurde so weit wie möglich industrialisiert, um eine möglichst hohe Wirtschaftlichkeit zu erzielen.

Baumwolle, einer der Hauptbestandteile unserer Kleidung ist eine Pflanze, die um zu gedeihen, entsprechende Voraussetzungen benötigt. Neben der Bodenqualität spielt auch die Temperatur und die Menge des vorhandenen Wassers eine wichtige Rolle. Die Hauptanbaugebiete sind in heutiger Zeit vor allem in asiatischen Ländern, Indien, China oder auch in Pakistan zu finden. Der Anbau von Baumwolle stellt hohe Ansprüche an die Bodenqualität. Durch die intensive Nutzung werden die Böden regelrecht ausgelaugt und sogar unbrauchbar. Der hohe Einsatz von Chemikalien führt zu einer Versalzung und Versteppung der Böden. Das Trinkwasser wird belastet.

Dennoch wird der Baumwollabbau aufgrund der hohen Nachfrage weiterhin betrieben. So werden nicht nur T-Shirts, Hosen oder Unterwäsche aus Baumwolle gefertigt, auch in einem Dirndl und den meisten anderen Kleidungsstücken sind hohe Baumwollanteile vorhanden.

Ist die Baumwolle geerntet, heißt es, die Samen von den Baumwollfasern zu trennen. Die Ballen werden für den weiteren Transport in große Ballen gepresst. Ohne eine Behandlung wäre solch ein Baumwollballen ein gefundenes Fressen für alle möglichen Schädlinge und auch Schimmel könnte sich in den Fasern einnisten und für große Schäden sorgen. Um dem entgegen zu wirken, werden diese Fasern bzw. die Laderäume der Schiffe mit Chemikalien gespritzt. In den Unternehmen, die die rohen Fasern weiter verarbeiten, werden die Ballen gewaschen und gereinigt. Auf diese Weise ist es möglich, den größten Teil der Chemikalien, mit dem die Baumwolle durchsetzt ist, zu entfernen. Nun kann ein Verspinnen der Fasern zu Fäden erfolgen. Für diese Arbeit ist der Atemschutz äußerst wichtig. Werden die feinen Fasern der Baumwolle eingeatmet, führt dies schnell zu gesundheitlichen Problemen. Für die Arbeiter stellt die Lärmentwicklung, die von den Maschinen, die die Fäden zu Stoffen verarbeiten, ein weiteres Problem dar.

Unbehandelte Baumwolle bietet ihrem Träger nur wenig Tragekomfort. Heute wird die Baumwolle in der Regel veredelt. Unter diesem Begriff werden umfangreiche Maßnahmen zusammengefasst, beispielsweise das Schützen gegen Verschmutzung, das Bleichen oder Desodorieren. Und auch hier kommen wieder zahlreiche Chemikalien zum Einsatz. Wie beim Anbau wird auch für die Veredelung eine große Menge an Wasser benötigt. So verbraucht man um ca. ein Kilogramm Baumwollstoff zu veredeln etwa 150 Liter Wasser.

Trotz aller Nachteile, die sich für Mensch, Natur und Umwelt durch den Anbau von Baumwolle ergeben, ist sie aus heutiger Sicht aus der Kleidungsproduktion nicht mehr wegzudenken. Da es keine endgültige Kontrolle auf Schadstoffe gibt, ist es anzuraten, neue Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen in jedem Fall gründlich zu waschen. Auf diese Weise können gesundheitliche Belastungen und allergische Reaktionen weitestgehend vermieden werden.