Pro und Kontra Atomkraft
Seit einigen Jahren geistert das Thema Atomkraft in schöner Regelmäßigkeit durch die Gehirne unserer Politiker sowie durch die deutsche Medienwelt. Vor einiger Zeit hat die Politik beschlossen sich von der Atomkraft nach und nach zu verabschieden. Begründet wurde dieser Schritt mit den Problemen, die bei der Entsorgung der verbrauchten Brennstäbe entstehen. In Deutschland existiert nämlich kein Endlager für Atommüll. Lediglich Zwischenlager sind in diesem Land vorhanden. Rechtlich gesehen darf aber in einem Zwischenlager keinerlei Atommüll endgültig gelagert werden. Also wurde mehr der weniger aus umweltpolitischen Gründen der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen.
Diesen Ausstieg konnte und wollte man natürlich nicht von heute auf morgen realisieren. Also einigte man sich mit den Betreibern der Atomkraftwerke auf bestimmte Laufzeiten für die Kraftwerke. Nicht jedes Kraftwerk erhielt dieselbe Restlaufzeit. Älteren Kraftwerken wurde eine kürzere Laufzeit zugestanden, moderneren Kraftwerken dagegen eine längere Restlaufzeit. Natürlich gaben sich die Betreiber der Atomkraftwerke nicht so einfach geschlagen und verhandelten weiter mit der Bundesregierung. Sie hatten dann die Möglichkeit Laufzeiten von einem Kraftwerk auf ein anderes zu übertragen. So konnten sie sehr alte Kraftwerke schon früher abschalten und dafür moderne Kraftwerke länger am Netz lassen.
Ein Argument der Gegner von Atomkraft ist natürlich die Umweltbelastung. Dieses ist selbstverständlich nicht von der Hand zu weisen. Sollte man sich entscheiden aus dem Atomausstieg wieder auszusteigen, so müsste man sich Gedanken über ein Endlager für den Atommüll machen. Dieses Endlager würde dann in Deutschland liegen. Da sich zwar viele Menschen bewusst sind, dass Atomkraft eine relativ sichere Quelle zur Energiegewinnung ist und die deutschen Atomkraftwerke auch nicht unbedingt als marode gelten, will doch niemand ein Atomkraftwerk oder ein atomares Endlager in seiner mittelbaren oder unmittelbaren Nachbarschaft haben. Ein weiteres Argument der Gegner von Atomkraft ist die Sicherheit der Atomkraftwerke. Viele Menschen fragen sich, was passieren würde, wenn es zu einem großen Zwischenfall in einem Atomkraftwerk kommen würde.
Diese Sicherheitsbedenken sind ein großes Argument der Gegner von Atomkraftwerken. Sie argumentieren wie folgt. Gibt es in Deutschland keine Atomkraftwerke mehr, so gibt es auch keine Gefahr eines gefährlichen Zwischenfalls in Deutschland. Diese Sichtweise hält aber nur einem flüchtigen Blick stand. Denn es gibt natürlich nicht nur in Deutschland Atomkraftwerke. Auch unsere Nachbarländer setzen auf nukleare Stromgewinnung. Frankreich zum Beispiel. Aber auch Tschechien besitzt Atomkraftwerke. Man nehme als Beispiel nur einmal das Kraftwerk Temelin. Dieses Kraftwerk machte und macht vor allem durch seine Sicherheitsmängel und Sicherheitsprobleme Schlagzeilen. Sollte hier etwas passieren, wird die Gefahr sicher nicht an der deutsch-tschechischen Grenze stoppen.
Ein wichtiges Argument gegen den Ausstieg aus der Atomkraft ist die Abhängigkeit Deutschlands von Energielieferungen aus dem Ausland. Deutschland besitzt außer Stein- und Braunkohle keine ausreichend vorhandenen fossilen Energieträger. Die Vorkommen von Erdöl und Erdgas können vernachlässigt werden. Welche Probleme auftauchen können, wenn man nahezu komplett von Ausland abhängig ist, hat man beim sogenannten Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine gesehen. Man stelle sich nur einmal vor, so ein Lieferstopp dauert nicht nur einige Tage sondern einige Wochen. Während dieses Zeitraums würden die Reserven in diesem Land aufgebraucht sein.
Nun ist Deutschland aber nur zu einem Teil von den Gaslieferungen aus Russland abhängig. Trotzdem wurden die Reserven zur Hälfte aufgebraucht. Welche Konsequenzen es haben kann, wenn ein Land komplett von einem Lieferanten abhängig ist, hat man in Bulgarien und Rumänien gesehen. Man sollte sich deshalb nicht auf einen kompletten und endgültigen Ausstieg aus der Atomkraft festlegen. Man könnte den Bestand an vorhandenen Atomkraftwerken überprüfen und zu alte oder zu marode Kraftwerke entweder modernisieren oder vom Netz nehmen. Mittelfristig wird es aber wohl kaum einen Alternative zu einer Mischung aus verschiedenen Energiequellen geben. Man wird auf fossile, nukleare und erneuerbare Energien, wie zum Beispiel Wind- oder Wasserkraft setzen müssen.
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