Der Magyar Vizsla

Immer öfter sieht man in den Großstädten, wie zum Beispiel Berlin, Frankfurt oder München, Menschen, die neben sich an der Leine einen Magyar Vizsla mitführen. Diese Hunderasse liegt gerade sehr im Trend, man könnte fast den Eindruck bekommen, dass jeder, der etwas auf sich hält, einen Vizsla sein Eigen nennt. Diese Rasse ist mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten im Gelände der perfekte Jagdhund. Vizslas werden immer noch in erster Linie als Fährten- und Vorstehhunde gezüchtet, sie eignen sich aber auch als Familienhunde, allerdings nur, wenn sich die Besitzer auf einen hohen Bedarf an Auslauf und Kopfarbeit einstellen. Der Viszla ist der ungarische Nationalhund. Seine Geschichte reicht bis in das Mittelalter zurück. Seine Vorfahren sollen bereits die magyarischen Horden begleitet haben, als sie um 900 nach Christus in Ungarn eingefallen sind. Die Rasse soll durch den zweiten Weltkrieg allerdings fast völlig ausgelöscht worden sein. In den 40er Jahren konnten aber einige Viszlas nach Österreich importiert werden, wo sie sehr sorgfältig gezüchtet wurden und anschließend in andere Teile der Welt verkauft wurden.

Die Charaktereigenschaften des Vizslas sind wahrscheinlich schuld daran, dass viele Menschen sich überschätzen und denken, sie könnten einem Vizsla gerecht werden. Dabei ist dies, trotz der guten Charaktereigenschaften gar nicht so einfach, denn dieser Hund ist ein Powerpaket und braucht viel Auslauf, Bewegung und auch Kopfarbeit. Der Vizsla wird beschrieben als ein äußerst aktiver, sanftmütiger, intelligenter, gehorsamer Hund mit einem ausgesprochen liebevollen Charakter. Auch wird er angepriesen als leicht abrichtbar und als Hund mit großem Durchhaltevermögen. Man sollte aber trotzdem nicht vergessen, dass dies in erster Linie für bereits hundeerfahrene Menschen gilt. Auch bei einem leicht erziehbaren Hund kann man große Fehler machen, die später nicht wieder gut zu machen sind. Hundeanfänger, die gerne einen Vizsla aufnehmen möchten, sollten sich einfach Rat bei einer Hundeschule holen beziehungsweise bei einem guten Hundetrainer.

Allerdings sollte man auch hier die Augen offenhalten. Wer an eine Hundeschule oder einen Trainer gerät, bei dem Würgehalsbänder oder Stachelhalsbänder angepriesen werden oder der einem Wurfketten und Wurfdosen empfiehlt, der sollte schleunigst das Weite suchen. Im Prinzip ist der Vizsla sehr ähnlich dem Wesen eines Retrievers. Er hat einen großen Willen, seinem Herrchen oder Frauchen zu gefallen und macht alles, damit dies auch eintritt. Er gilt als sehr sensibel, was bedeutet, dass er es nicht verträgt, angeschrien zu werden oder zu hart angefasst. Laut seinem Rasseportrait ist der Vizsla ein sehr ausgeprägter Kuschler, Körperkontakt ist ihm sehr wichtig. Trotzdem reicht es ihm aber nicht, ein Dasein als Familienhund zu führen. Der Vizsla möchte beschäftigt werden, entweder bei der Jagd oder aber, wie zum Beispiel auch der Retriever oder andere Rassen, als Rettungshund oder beim Hundesport.

Wer sich einen Vizsla anschaffen möchte, der hat verschiedene Möglichkeiten. Den meisten Menschen ist es am Liebsten, sie bekommen einen Welpen direkt vom Züchter. Anfängern sollte man aber raten, nicht mit einem Welpen zu beginnen. Nicht nur, wenn es um diese Rasse geht, sondern allgemein bei allen Hunderassen. Anfänger fahren besser, wenn sie einen älteren Hund aufnehmen. Bei Hunden sind die ersten Monate sehr wichtig und prägend. Wer da keine wirkliche Ahnung hat, kann sehr viel falsch machen und den Hund ein Leben lang zu einem Problemhund machen. Wer schon Erfahrung hat und gerne einen Welpen möchte, für den empfiehlt sich meist der Weg zum Züchter. Oft genug hört man aber auch von Leuten, die zwar einen Zuchthund möchten, aber den für wenig Geld. Diese Leute fahren dann oft nach Osteuropa, um sich billigere Welpen zu kaufen. Aber auch hier sollte man die Augen offen halten. Natürlich darf man nicht alles über einen Kamm scheren, aber oftmals verbergen sich hinter diesen Billigzüchtern Betrüger. Wer eine gute Tat tun möchte, kann versuchen, im Tierheim einen Vizsla zu finden oder über verschiedene Notseiten.




Heike Werner